INTEGRATION IN BAYERN

 

“Integration in Bayern”. Ein Projekt des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Soziales, Familie und Integration in Kooperation mit Sport trifft Kunst e.V., der Münchner Hochschule Campus M21 und der Klaus Höchstetter Stiftung

 

 

 

 

Kommunikationsplattform “Gelungene Integration in Bayern” – Masterstudierende legen ersten Grundstein

Das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration bereitet mit seinen Kooperationspartnern einen Internetauftritt vor, der als Kommuni­kations­plattform Menschen mit Migrationshintergrund umfassende Informationen zum Thema Integration bietet. Masterstudierende der Münchener Hochschuleinrichtung Campus M21 haben innerhalb ihres Studienprojekts hierfür Portraits von Menschen mit Migrationshintergrund erarbeitet, die ihren Lebensweg als gelungene Integration in die Kultur und Arbeitswelt in Bayern beschreiben. Die Studierenden zeichneten die unterschiedlichen Lebensläufe in Interviews nach und entwickelten hieraus interessante Storyboards als Vorlage für Kurzfilme, die schließlich als Aufhänger in die Website eingebaut werden. Diese Form einer attraktiven, lebendigen und gleichzeitig einfühlsamen Ansprache zeigt Chancen, Möglichkeiten und Herausforderungen von Migranten in unserer Gesellschaft.

Das erklärte Ziel der Website des Bayerischen Staatsministeriums ist es, Menschen aus unterschiedlichen Herkunftskulturen und sozialen Lagen und dementsprechend mit unterschiedlichen Herausforderungen für das Thema Integration anzusprechen.

Die Auswahl der interviewten Mitbürger geschah mit soziologischem Hintergrund. Alle unterschiedlichen Migrantenmilieus des Sinus-Instituts sollten durch diese Auswahl abgedeckt werden. Die einzelnen Biographien treten gewissermaßen als “Vorbild-Persönlichkeiten” für das gesamtgesellschaftliche Spektrum in Erscheinung.

 

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Kurzzusammenfassung der Ergebnisse

Deutsch zu beherrschen, ist der Schlüssel für Integration, so betonten die Befragten einhellig. Dabei wird Integration ganz unterschiedlich betrachtet und beurteilt. Integration erweist sich als subjektive Einschätzung, ist gebunden an individuelle Erfahrungen und Erlebnisse. Zusammenfassend lässt sich Integration beschreiben als ein “Sich wohl fühlen” in seinem Alltag, insbesondere aber im Arbeitsumfeld.

Die Aussicht auf berufliche Karriere und finanziellen Wohlstand ist ein zentraler Motor und gleichzeitig Gradmesser für Integration. Die gesteckten Ziele zu erreichen, erfordert wiederum einen höheren Bildungsabschluss. Doch die Schulkarriere ist, wie aktuelle Bildungsstudien untermauern, fest an das Elternhaus und an Lebensumstände gebunden (vgl. Bertelsmann-Stiftung et al (Hrsg.) (2014): Chancenspiegel 2014). Gerade in den bildungsfernen Migranten-Milieus sieht man Hindernisse auf dem Weg zu höherer Bildung jedoch nicht unbedingt in der eigenen kulturellen oder finanziellen Situation; vielmehr sind es teilweise Stereotype im Eigenbild, die oft höhere Bildungsabschlüsse verhindern und wenig Spielraum für berufliche Ziele und Träume lassen. “Als Schüler hat man eigentlich keinen Überblick über eigene Möglichkeiten, das berufliche Leben scheint einem vorbestimmt, das Gymnasium unerreichbar”, beschreibt ein nordafrikanischer Student die Situation.

Für Zufriedenheit und Glück im eigenen Lebensentwurf sind Eigeninitiative und Willensstärke als persönliche Qualitäten gefragt, aber auch gleiche Chancen und Möglichkeiten unabhängig von der Herkunft (und Zugehörigkeit) spielen in diesem Zusammenhang eine entscheidende Rolle. Eine hohe Zufriedenheit mit der persönlichen Situation empfinden gerade jene, denen es gelingt, Sitten und Bräuche, Denk- und Verhaltensmuster ihrer Ursprungskultur mit der deutschen Kultur in Einklang zu bringen. “Ich empfinde es als große Bereicherung zwei Kulturen – die türkische und die deutsche – in mir zu vereinen, meine Muttersprache zu beherrschen und beide Kulturen ausleben zu können, wie es mir gefällt. Gegenseitiger Respekt zwischen Menschen, Begegnungen auf Augenhöhe und die Wertschätzung verschiedener Eigenschaften und Fähigkeiten ist das, was unsere Gesellschaft voranbringen kann”, beschreibt die Journalistin Özlem Sarikaya diesen Prozess.

Die intensive Auseinandersetzung ermöglichte den Studierenden neue und ungewöhnliche Erfahrungen mit den Themen Migration und Integration. Für viele von ihnen war es ein sehr emotionales Erlebnis, Einblicke in fremde Lebenswelten zu bekommen: “Ich hatte einfach nie richtig über die Situation von Menschen, die nach Deutschland kommen, nachgedacht, dass sie großes Heimweh haben und aus vielen Gründen nicht in ihr Ursprungsland zurückkehren können”, so eine Studentin, nach dem Interview mit einer asiatischen Einwanderin. “Die beschriebenen Erlebnisse relativieren auf einen Schlag eigene Probleme bzw. das, was man als Problem angesehen hat”, berichtet ein Masterstudierender nach der Begegnung mit einem jungen kurdischen Flüchtling.

Für das Projekt “Gelungene Integration in Bayern” konnte u.a. die Journalistin Özlem Sarikaya als ein Testimonial gewonnen werden. Sie hob hervor, dass gerade junge Menschen gefordert seien, um Integration und Gemeinschaftsgefühl in unserer Gesellschaft voranzubringen.

Als Fazit ihres Studienprojektes zogen die Studierenden, dass Integration einen wechselseitigen Prozess darstellt. Integration beginnt nicht (ausschließ­lich) bei Migranten. Für gelungene Integration müssen wir alle einen Beitrag leisten.

Videoclips: Vorbilder gelungener Integration in Bayern

© Bayerisches Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration